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Krankheiten – Rotlauf

Krankheiten – Rotlauf

Erstmals entdeckt wurde Rotlauf 1878 durch Robert Koch. Das Krankheitsbild von Rotlauf wurde zunächst für Milzbrand gehalten. Der Grund dafür war das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae. Rotlauf ist eine akut bzw. chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Allerings können nicht nur Schweine an Rotlauf erkanken, sondern auch Geflügel, Reptilien, Fische oder Menschen (Zoosnose). Die Ursache für Rotlauf sind Erreger in Wasser, Stroh, Erde, Dung oder auch auf den Mandeln und dem Darm von gesunden Schweinen. Die Erreger sind sehr widerstandsfähig gegenüber den Einflüssen von außen und können unter den richtigen Bedingungen mehrere Monate überleben. Die Zeit zwischen der Ansteckung bis hin zum Ausbruch beträgt zwischen einer Stunde und vier Tagen (Inkubationszeit).

Wie überträgt sich Rotlauf?

Der Erreger bei kranken Schweinen sitzt schon vor der eigentlichen Übertragung im Kot und Harn und nachher auch im Augen, Nasen- und Speichelsekret. Dadurch steckt der Erreger automatisch in Boden, Einstreu, Gülle oder Mist — der Ansteckung steht also nichts im Wege. Selbst Insekten können Rotlauf übertragen. Besonders an den schwülen Tagen, der zweiten Sommerhälfte spricht man von einem sogenannten „Rotlaufwetter“. An diesen Tagen sind die Bedingungen für Rotlauf optimal. Häufige Gründe für die Erkankung sind beispielsweise Haltungsfehler, plötzlicher Futterwechsel, hohe Temperature, Stress oder auch die Verfütterung von Speiseresten. Schweine, die zwischen 3 Monaten und einem Jahr alt sind, erkanken am häufigsten. Bei Rotlauf unterscheidet man zwischen dem akuten und dem chronischen Rotlauf. Die akute Variante beinhaltet drei Verlaufsformen und die chronische vier.

Die akute Form

Die Rotlaufblutvergiftung

Bei der Rotlaufblutvergiftung, auch Rotlaufseptikämie genannt, lehnen die Tiere das Futter ab, sind abwesend und ziehen sich zurück. Dabei steigt die Körpertemperatur auf 41-42°C, dabei kann es zu Verstopfungen kommen. Am zweiten Tag kann es zu bläulichroten Veränderungen der Haut kommen. Diese beginnen an den Ohren und ziehen sich über den Hals zur Brust, zum Unterbauch bis hin zu den Innenflächen der Hinterschenkeln. Ohne eine Behandlung überlebt das Tier nur noch zwei bis drei Tage. Es gibt auch Tiere, die am ersten Tag der Erkrankung versterben. Bei diesen Fällen fehlen allerdings die Hautveränderungen.

Backsteinblattern

Die Backsteinblattern sind quadratische, rechteckige, scharf abgegrenzte Veränderungen auf der Haut des Tieres. Sie sind meistens hellrot bis hin zu dunkelrot und violett. Hierbei sind häufig Rücken und Seiten betroffen. Es kommt oftmals zu Schwellungen, die allerdings nachlassen, sobald die Krankheit überstanden ist. Genauso wie bei uns, kommt es zu einer Verkrustung der abgestorbenen Haut. Bei einer sehr schweren Erkankung mit dauerhaftem Fieber, kann es dazu kommen, dass tragende Sauen Fehlgeburten gebären, die Würfe kleiner ausfallen oder die Spermaqualität bei Ebern sinkt.

 

Die chronische Form

Polyarthritis und Chronische Arthritis

Das gesamte Allgemeinbefinden der Tiere wirkt verstört. Sie bewegen sich nicht viel und machen einen sehr müden Eindruck. Bei jüngeren Tieren äußert sich das Ganze durch einen sehr steifen Gang. Ältere Tiere haben oft wechselnde Lahmheiten. Zusätzlich ist das Futterverhalten sehr gestört, da sie verhältnismäßig wenig fressen. Betroffene Muskelgruppen sind oftmals angeschwollen und fühlbar warm.

Endocarditis valvularis (Herzklappenrotlauf)

Diese Erkrankung äußert sich im Gegensatz zur Polyarthritis nicht durch Gelenkveränderungen, dennoch ist die Futteraufnahme sehr gering. Es kommt zu auffallender Müdigkeit der Tiere, Kurzatmigkeit, Bläulichfärbung der Schleimhäute und zu Herznebengeräuschen. Bei fortgeschrittener Erkrankung führt diese häufig in wenigen Wochen zum Tod. Leichtere Erkrankungen können allerdings durch eine passende Behandlung geheilt werden.

Diskospondylitis (Wirbel-Rotlauf)

Wie der Name schon sagt, tritt diese Art der Erkrankung meistens im Bereich der Wirbelsäule auf. Haltungs- und Bewegungsstörungen sowie der Karpfenrücken, Steifheit und generelle Bewegungsschmerzen sind häufig der Fall. Die Rückenmuskulatur fühlt sich steif an, auch Querschnittslähmungen können auftreten.

Dermatitis (Hautrotlauf)

Die häufigsten Stellen sind hier der Rücken, der Hals, die Ohren und der Rüssel. Der Hautrotlauf äußert sich durch dunkel- bis schwarzrot verfärbte und trockene Hautstellen. Bei schwerer Erkrankung kann man es fast wie eine Panzer-Haut bezeichnen. Außerdem kann es zu eitrigen und toten Teilen der Haut kommen. Die Heilung dauert ein paar Wochen, oftmals überleben die Tiere dies aber nicht mehr.

Wie behandelt man Rotlauf?

Mit Rotlauf sollte man nicht spaßen. Es ist unverzüglich der Tierarzt zu rufen, da die Tiere jeden Tag Schmerzen aushalten müssen. Bei zeitgemäßer Behandlung können die Tiere rechtzeitig mit Medikamenten versorgt werden. Die chronische Form ist leider nicht zu beeinflussen.

Die Vorsorge

Du solltest zu jeder Zeit auf eine gute Hygiene und auf ein optimales Stallklima achten. Auch Stress ist ein wichtiger Faktor, der bestmöglichst vermieden werden sollte. Zusätzlich sind regelmäßige Gesundheitskontrollen zu empfehlen. Du machst also mit Schutzimpfungen nichts falsch. Sollte dir an deinen Tieren etwas Ungewöhnliches auffallen, setze dich rechtzeitig mit deinem Tierarzt in Verbindung.

Quellen

Schweinefreunde.de
Handbuch Schweinekrankheiten K.-O. Eich

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