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Wildschweine Teil 1

Wildschweine Teil 1

Wildschweine werden oft als hässlich, dreckig, dumm, aggressiv oder faul bezeichnet – was stimmt und was nicht? Oft ist der Grund, fehlendes Wissen und nötige Informationen. Sie werden verabscheut und in vielen Regionen gejagt. Auch die Medien spielen eine entscheidende Rolle, weil sie nicht gerade dazu beitragen, den Tieren ein positives Bild zu verschaffen. Warum Wildschweine aber überhaupt in die Städte kommen und für Unruhe sorgen, fragt sich niemand. Junge Wildschweine sind braun gestreift, allerdings lassen die Streifen im Laufe der Zeit nach und am Ende bleibt ein helles bis mittel-braunes Fell. Bachen und Keiler haben verschiedenes Fell, es gibt Wildschweine mit sichtbaren Borsten bis hin zu einem wollartigen oder kurzem Fell.

Das Fellkleid von Wildschweinen

Im Somme verlieren Wildschweine ihr warmes Fell und bekommen eine feinere, kürzere Behaarung. Ganz besonders spannend sind die Hauer Keiler, da sie eine außergewöhnliche Länge bekommen können. Wildschweine sind Paarhufer, dadurch gelingt es den Schweinen auch auf weichem oder matschigem Boden zu laufen, ohne direkt einzusinken. Bachen können übrigens ein Gewicht zwischen 70 und 100 kg erreichen. Männliche Wildschweine können durchaus bis zu 200 kg wiegen. Bachen, die über 200 kg wiegen, gibt es sogar auch in Deutschland. Allerdings ist das nicht der Regelfall. Die Schulterhöhe von Wildschweinen kann zwischen 0,7 m und 0,9 m variieren und auch die Kopf-Rumpf-Länge kann zwischen 1,5 m und 1,8 m liegen.

Die Sozialstruktur

So wie alle Schweine, haben auch Wildschweine einen starken Sozialsinn. Sie sind Rottentiere und benötigen ihre Herde. Die Rotte besteht fast immer aus einer großen Familie, alle Wildschweine sind miteinander verwandt. Oftmals passiert es, dass die Rotte andere Tiere, die nicht dazugehören, nicht akzeptiert. Der Leitbache ist der Anführer und Chef in der Gruppe. Es ist meistens das älteste und erfahrenste Tier unter allen, welche diese Aufgabe übernimmt. Die Rotte besteht aus 3-5 Bachen, ein paar Überläufern und den Frischlingen. Da Schweine den Kontakt zu Artgenossen suchen und sehr gesellige Tiere sind, lieben sie den Körperkontakt zu den anderen Mitgliedern. Mit der Zeit werden die männlichen Wildschweine (Keiler) oft zu Einzelgängern und man sieht sie vermehrt alleine im Wald. Nur wenn sie auf der Suche nach einer Freundin sind und die Paarungszeit anbricht, stoßen sie zur der gesamten Rotte. Danach verlassen Keiler die Gruppe.

Wie gefährlich sind Wildschweine?

Wildschweine sind gefährliche Tiere – so findet man es zumindest in den Medien. Wie so oft ist nicht das Tier, sondern der Mensch Schuld. Wildschweine „informieren“ den Feind, bevor es zu einem Angriff kommt. Nimmt der womögliche „Feind“ die Warnung nicht ernst, so kann es zu einer Attacke kommen. Aufgrund der mächtigen Hauer kann es zu Schnittverletzungen bis hin zu lebensbedrohlichen Verletzungen kommen. Bachen mit Nachwuchs lassen dem Feind nicht viel Zeit, deshalb sollte man schleunigst einen anderen Weg wählen. Auch das Tier mit Gegenständen fern zu halten, sollte man unterlassen. Dennoch muss man jedem Tier mit Respekt gegenüber treten, das gilt auch für Wildschweine. Das Wildschweine keine bösartigen Tiere sind, zeigen immer wieder Wildschweinhalter, die es geschafft haben, eine enge Bindung zu den Tieren aufzubauen.

Die Jagd

Dadurch, dass Wildschweine immer mehr gejagt werden, haben sie ihre eigene Jagd mit der Zeit in die Abend- und Nachtstunden verlegt. Nachts ist es möglich, dass sich die Herden den ein oder anderen Garten vornehmen – dies geschieht allerdings nicht ohne Grund! Die Bevölkerung verbaut immer mehr Land und nimmt den Tieren somit ihr Zuhause. Wildschweine haben also keine andere Wahl und müssen sich alternative Futterquellen in den Ortschaften suchen. Eiweiß nehmen sie beispielsweise durch Insekten und Würmer auf. Die deutschen, gepflegten Gärten sind also der perfekte Ort, um Unruhe zu stiften. Vor allem kurz geschnittene Wiesen sind der perfekte Ort um die Sau mal so richtig rauszulassen.

Borstentiere auf der Hut

Auch in unseren Regionen gibt es hervorragende Futtermöglichkeiten für Wildschweine. Um die Wildschweine von unseren Nutzungsflächen fern zu halten, kann beispielsweise ein Elektrozaun die optimale Lösung sein. Wildschweine sind robust und alles andere als dumm – also sei dir nicht zu sicher, dass sie den Zaun nicht umgehen können. Wildschweine weisen eine hohe Intelligenz auf und sind gleichzeitig in der Lage, sich optimal an unsere Landschaftsbedingungen anzupassen. Die Frage, warum wir Wildschweine in unseren Gärten entdecken, müssen wir uns also selbst stellen.

 

 

 

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